Rad & Zubehör

Que mecchina!

Nicht das richtige Rad muss ich haben, sondern die richtige Einstellung.

Total cool, dieser Satz. Aber: Je besser mein Rad den Bedingungen angepasst ist, desto mehr Zeit habe ich um mich um die richtige Einstellung zu kümmern.

Zwei Sachen sind entscheidend:

  • Das Rad muss viel aushalten können
  • Alles, was es nicht aushalten kann, muss leicht zu reparieren sein.

Hochwertige Alurahmen sind heute sehr robust. Trotzdem ziehe ich einen gut verarbeiteten Stahlrahmen vor. Ich besitze ein Fahrrad aus einem Supermarkt, also ein Billig-Fahrrad,das ich für 245 DM vor 4 Jahren in Mainz gekauft habe, und bin damit schon über 50.000 km gefahren. Mit etwas Talent habe ich es mir so umgebaut, dass es reisetauglich für eine Weltreise ist. Nach 50.000 Km wurde zum ersten Mal mein Tretlager gewechselt. Sollte der Rahmen beim Downhill durch ein Schlagloch brechen, bleibt mir wenigstens die Möglichkeit, das Teil in der nächsten Stadt oder Farm selbst zu schweißen. Ich bevorzuge 28-Zoll Laufräder. Die Mäntel sind von Schwalbe und sind sehr gut. Vorne bin ich über 22.000 km gefahren und hinten etwa 10.000 km. In 3 Jahren hatte ich nur 7 Platten und davon 3 Platten jedes Mal am Mainzer Hauptbahnhof, als ich nach Hause kam. Aber in Padagonien und Feuerland hatte ich 28 Platten und meistens hinten, wo es die meiste Arbeit macht. Ich habe immer 4 neue Schläuche dabei. Bei einem Platten wird nur der Schlauch gewechselt und wenn ich abends Zeit habe wird er geflickt. Dass ich auf meiner Reise nicht einen einzigen Speichenbruch hatte, will mir keiner so recht glauben. Nur einmal bei meiner ersten Reise in Chile, aber dies war ein Fehler von einer Werkstatt in Bodenheim, die einen Fehler machten. Sehr gut  sind die Hohlraum Felgen, man muss eben immer auf die Strasse achten, und wenn möglich nicht nachts fahren. Auch eine Pfütze kann eine Tiefe von bis zu ½ m haben und was dann passieren kann, kann sich jeder ausdenken.

Über Schaltung kann man viel erzählen. Es müssen nicht 24 Gänge sein, aber das Über/Untersetzungsverhältnis muss stimmen. Ich fahre eine 18 Übersetzung und kann den Zahnkranz jederzeit von Berg auf Ebene wechseln (Anden oder Australien). Ich habe einen selbstgebauten Gepäckträger mit eingebauter Schublade für mein Werkzeug, das ist sehr praktisch und ist sogar abschließbar. Die Packtaschen müssen selbst in der Wüste wasserdicht sein! Wind, Sand und puderfeiner Staub gibt es überall reichlich. Die Partikel dringen durch jedes nicht versiegelte Gewebe. Nahrung, Kleidung und Kamera mögen das nicht. Ich kam mit den Taschen von Ortlieb, die mir die Firma Rad Rosskopp in Kostheim zu Verfügung gestellt hat, sehr gut zu recht.

An Ersatzteilen habe ich 10 Speichen und auch 4 flexible Notfallspeichen, mit denen man sich vorübergehend weiterhelfen kann. Speichen brechen mit Vorliebe auf der Freilaufseite. Dann benötigt man einen passenden Zahnkranzabzieher. Auch hochwertige Züge reißen schon mal. Ersatz ist nicht leicht zu bekommen. Gute Bremsgummis halten zwar gut und gerne 10.000 km, es ist aber beruhigend, Ersatz zu haben. Eine Ersatzkette ist Pflicht, und alle 3000 km ein Wechsel erhöht die Lebensdauer von Ketten, Kettenblätter und Ritzel. Sowohl Zahnkränze als auch geeignete Ketten sind unterwegs nur schwer erhältlich. Was noch gebraucht wird, ist der viele Kleinkram: Kugelringe und Kugeln für Tretlager und Achsen, Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben. Durch regelmäßige Pflege und Überprüfung aller wichtige Teile lassen sich Schäden rechtzeitig erkennen oder auch ganz vermeiden. Etliche Defekte kann man auch ohne Ersatzteile im Gepäck mit etwas Kreativität und einigen Hilfsmitteln in den Griff bekommen. Ein Reparaturset der kreativen Sorte: Zahnseide als Allround-Nähgarn, Draht in verschiedenen Stärken, Schlauchklemmen, Gummireste (alter Schlauch), Textilklebeband, Nähzeug, Klebeband etc.

Aber eins habe ich immer in Erfahrung gebracht: wenn du höflich und anständig Fragen stellst, wird dir auch an abgelegenen Orten der Welt geholfen.

 

Mit diesem Fahrrad bin ich um die Welt gefahren

Wie Sie auf den Bildern erkennen können, fahre ich meine Touren mit einem ganz normalen Fischer Tourenrad. Viele, die ähnliche Reisen unternehmen, sind mit teuren Spezialrädern unterwegs. Mein Fahrrad hat damals lediglich 245.- DM gekostet.
Also ein Fahrrad, wie es jedermann im Supermarkt kaufen könnte.

Es hat jedoch bisher über 65.000 km gehalten.

An meinem Fahrrad sind 4 Packtaschen, 2 vorne und 2 hinten. Die 2 vorderen Taschen sind an einem Lowraider eingehängt und hängen ziemlich tief,  um besser lenken zu können. Oben ist eine kleine Plattform aus Alu, auf der ein kleiner Koffer angeschraubt ist, welcher auch abschließbar ist. Er kann schnell abgeschraubt werden bzw. bei einem Flug  kann ich es als Handgepäck mitnehmen. Darin sind diverse Sachen, wie Foto, Filme, Radio-Weltempfänger, Rasierer, Flickzeug, Diario mit Adressen und Telefonnummern und diverse Papiere, sowie Bilder und Zeitungsberichte von meinen letzten Reisen.

Mein FISCHER Fahrrad bepackt ca. 55 Kg

Ich koche übrigens auf dem Koffer, den ich auf dem Vorderrad angebracht habe. Aus diesem Grund habe ich eine Konstruktion am Rahmen montiert, damit ich das Vorderrad feststellen kann.
Die Packtasche vorne rechts ist meine Küche. Sie enthält einen Butan-Gas-Kocher, sowie Espit-Kocher mit etwa 30 Tabletten. Ein Set Kochgeschirr, Essbesteck, Tasse, Kaffee, Tee, Salz und alles, was zum Kochen so benötigt wird.
Links die Tasche ist mein Badezimmer, von Seife über Unterwäsche, Handtücher sowie ein 20 Liter Wasserbehälter aus Plastik, der, wenn nicht benötigt, zusammengefaltet nicht viel Platz wegnimmt.
Auf meinem kleinen Koffer am Lenker ist ein Thermometer, Kompass, und ein Solar Ladegerät für Batterien, denn Batterien sind im Ausland sehr teuer. Meine wichtigsten Utensilien: Espit-Kocher, Rasierer, Stifte, meine Kamera + Stativ, ein Kamm...
Hinten links befindet sich mein Schlafzimmer: Ein Zelt und ein Schlafsack sind darin, Hosen, Hemden, ein paar Turnschuhe, Socken etc. Rechts ist meine Werkstatt: ein Ersatzmantel, Werkzeuge, erste Hilfe, Koffer, Ritzel, Luftpumpe, Seil und vieles mehr, Kleinkram. Hinten ist mein Werkzeugkasten für unterwegs.
Auch Waschpulver benötige ich und da sind die Packtaschen sehr gut, denn sie sind wasserdicht und man kann seine Wäsche darin waschen.
In der Packtasche auf dem Gepäckträger befinden sich Lebensmittel und so manches, was in den Packtaschen am Fahrrad keinen Platz mehr fand und besonders schnell zu erreichen sein muss, auch als Handgepäck im Flugzeug.

Sogar Batterien kann ich per Solarenergie wieder aufladen.

So viele Kilometer alleine mit einem Fahrrad!
Jetzt sind es bereits über 65.000 km
Auch mein Fahrrad braucht mal eine Pause! Wenn ich mal ausnahmsweise in einem Hotel schlafe,dann nehme ich mein Rad sogar mit aufs Zimmer.
Natürlich kann ich nicht den Atlantik auf dem Fahrrad überqueren. Deshalb muss ich es für den Flug gut einpacken.
Was habe ich nicht alles Schönes mit meinem Fahrrad erlebt!
   

Copyright © Dodo's Fahrrad-Abenteuer
Stand: 02. September 2004