5. Reise 08.11.2002 - 28.02.2003
Chile, Feuerland, Argentinien und Brasilien

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Reiseroute
Reisebilder
Reisebeschreibung

Reiseroute ca. 10.000 km

Chile:
Santiago de Chile – Rancagua – Talca – Concepcion – Los Angeles – Temuco – Valdivia – Orsono – Porto Monti

Argentinien:
San Carlos de Bariloche – Esquel – Rio Mayo – Tres Lagos – Fitz Roy – El Calafate – Esperanza – Rio Gellegos – Delgada – Sebastian – Rio Grande – Tolhuin – Ushuaia – Lapataia – Rio Gallego – Santa Cruz – San Julián – El Salado – Porto Deseado – Comodoro Rivadavia – Insel Valdés – Viedma – Tornquist – Bahia Blanca – Mar del Plata – La Plata Buenos Aires – Concordia – Posadas – Foz de Iguacu (Brasilien- Paraguay) - Salto (Uruguay) – Payasandu – Mercedes – Colonia – Buenos Aires

 

Bilder von der Reise

Hier gibt es einige Bilder von meiner Reise

Reisebeschreibung

Nach 6 Wochen in Deutschland zog es mich wieder in die schöne wunderbare einsame Welt Südamerikas. Zum 3. Mal und noch immer mit meinem ersten lieb gewordenen Billigfahrrad für 245,- DM. Der Kilometerstand war etwa bei 42.000 km. Am 8. November 2002, noch mit den  Erinnerungen der letzten Reise von Süd Ost Asien im Kopf, bin ich morgens um 05:00 Uhr aufgestanden und habe mein Fahrrad fertig gepackt. Gepäck 32 kg und Fahrrad 18 kg schwer. Ich hatte noch Zeit mich bei meinen Freunden zu verabschieden. Wie immer sagten einige: der Dodo, der spinnt, aber sie würden gerne mit mir tauschen aber nicht mit dem Fahrrad, eher schon mit einem Motorrad oder Wohnmobil. Um 10 Uhr ging es mit der S-Bahn nach Frankfurt zum Flughafen, denn um 14:15 Uhr ging es ab nach Santiago de Chile mit Zwischenlandung in Madrid und Buenos Aires. Aber wie so oft musste ich einige Widrigkeiten am Flughafen hinter mich bringen. Obwohl ich mich im Reisebüro genau erkundigt habe, wieviel Gepäck ich mitnehmen konnte ohne Handgepäck, waren es 60 kg, und ich musste am Check in 180,- $ bezahlen. Ein Anruf beim Reisebüro gab mir recht, aber die 180,- $ bekam ich nicht zurück. Dass ich sauer war, ist verständlich, denn 180,- $ sind in Südamerika für einen Monat genug für mich zum Leben, aber dazu später. Der Zoll verlief ohne Probleme, wie immer musste ich meinen Lenker quer stellen, die Pedale abschrauben und die Luft aus den Reifen lassen. Der Flug hin und zurück kostete mich 645 Euro und so hatte ich auch keinen Direktflug und musste in Madrid umsteigen sowie in Buenos Aires. Am 9. November bin ich nach 18 Stunden Flug in Santiago de Chile um 10:00 Uhr gelandet, von den 18 Stunden Flug habe ich nicht weniger als 12 Stunden geschlafen, mit der Flugangst habe ich nichts am Hut.

Nun stand ich am Rollband und habe auf mein Gepäck gewartet, zuerst bekam ich mein Fahrrad. Da mein Werkzeug im Gepäckträger verstaut war, konnte ich es schon fertig machen bis auf die Luftpumpe, die im Gepäck war. Als letzter bekam ich meine Sachen, es war ein Seesack mit den 4 Seitentaschen, 2 vorne und 2 hinten, auch dazu später. Eine wasserdichte Reisetasche mit meinem Zelt und Schlafsack. Vor dem Lenker habe ich mir Marke Eigenbau einen Kasten 350 mm lang 200 mm breit und 150 mm hoch draufgeschraubt, der auch abschließbar ist. Darin sind meine Fotosachen, Weltempfänger, einige Tabletten und einige kleine Sachen für den täglichen Gebrauch. Ein kleiner Computer, sowie ein Tonbandgerät, so konnte ich während der Fahrt auf dem Fahrrad meine Eindrücke aufnehmen. Ich habe mich immer gemeldet mit den Worten: und nun hören Sie wieder < DODO live auf dem Fahrrad in Chile oder Argentinien>. Als ich nun meine Taschen angeschraubt hatte und schaute jeder vom Zoll zu und fragte mich, woher ich bin  und wo ich hin wollte. Wie in Australien schauten sie mir zu. Als ich fertig war, sagte man mir, ich muss die Gepäckstücke wieder abmachen, um sie durchleuchten zu lassen. Zum Glück konnten die Beamten kein Deutsch, sonst wäre ich für mein Fluchen bestimmt für ein paar Tage ins Gefängnis gewandert! Aber wie immer hat eine nette Zöllnerin  mir dann geholfen und ich konnte den Zoll passieren. Bei 35 Grad Hitze ging es mittags los.  Aufs Fahrrad setzen und los, so einfach ist das nicht. Zuerst muss man sich an die neue Umgebung gewöhnen. Ich dachte, ich könne gut Spanisch – von wegen, in Chile wird unheimlich schnell gesprochen, mit vielen Abkürzungen. Da ich schon zwei Mal in Santiago war, habe ich mich auch schnell zurechtgefunden und die Autobahn gleich gefunden. Die Autobahn ist Maut pflichtig aber für Radfahrer ist sie kostenlos, was sehr gut ist, denn die Gebühr wird alle 30 km etwa erhoben. In einem Vorort von Santiago habe ich mir ein Hotel gesucht, wo ich auch mein Rad mit aufs Zimmer nehmen konnte. Ich habe mein Gepäck so umgepackt, dass die warmen Sachen nach unten kamen in den Packtaschen und die Sommersachen oben waren. Das Zimmer war sehr schön. Ich habe am nächsten Morgen mein Frühstück bekommen, in der Wand war eine Klappe und da hat mein Frühstück drin gestanden. Ich bin noch am selben Tag einkaufen gegangen, in einen Supermarkt: Obst, Kaffee und Maggi und Knorr Suppen gibt es ja auf der ganzen Welt zu kaufen. So habe ich auch gleich gewusst, wie teuer es ist und was die einzelnen Sachen kosten, so konnte ich besser mit dem Geld rechnen. Nach der 2. Nacht bin ich morgens durch Santiago gefahren in Richtung Pan Amerika Ruta 5. Die Strasse ist sehr gut ausgebaut, so wie bei uns die Autobahnen, nur mit dem Unterschied, dass links in 30 – 50 km die schneebedeckten Berge der Anden zu sehen sind und sehr viel Weinanbau ist. Die Anden haben eine Höhe bis zu 6.959 m (Aconcagua) im Norden und der Berg Maipo 5.323 m hoch. Da es nun in der südlichen Hälfte der Erdkugel Frühling war, konnte man täglich mit schönem Wetter rechnen, was auch bis Orsono so sein sollte. Und rechts der Strasse war dann der Pazifische Ozean. Durch den Humboldt Strom, der aus der Arktis kommt, ist das Klima an der Küste sehr angenehm, aber nachts kann es auch unangenehm kalt werden, aber ein guter Schlafsack garantiert für ein angenehmes molliges Schlafen. Mein erstes größeres Ziel ist Orsono, das sind etwa 1.000 km südlich von Santiago de Chile.

Ich bin gut voran gekommen, das Wetter ist gut, kein Regen. Nur der Wind; aber an denn muss ich mich noch gewöhnen. Ich biin jeden Tag so um die 150 km gefahren, das sind etwa 10 Stunden auf dem Rad. Über Concepción bin ich nach Temuco gekommen, wo ich eine Nacht in einem Hotel verbrachte. Sonst habe ich nur an Haltestellen geschlafen, das ist gut, wenn Regen angesagt ist, aber morgens muss man früh aufstehen, denn da kommen die Schulkinder und es sieht nicht gut aus, wenn da einer schläft. Ich habe Kaffee gekocht und so mancher hat mit mir gefrühstückt. Über Valdivia bin ich nach Orsono gekommen nach 1.000 km in 8 Tagen, das war ein guter Anfang meiner 5. Reise in Südamerika. Was mir aufgefallen ist: viele Leute sprechen Deutsch, hier leben viele Wolga Deutsche. Ich habe eine deutsche Schule des Goethe Instituts besucht und in einer Klasse über meine Reisen erzählt. Ich musste mir neue Schuhe und Jeans kaufen, zusammen etwa 5 Euro (billig). Ich bin weiter gefahren  über Frutillar am Lago Llanquihue, eine wunderschöne Landschaft mit Blick auf den Vulkan Orsono 2661 m. Ich wolltel nun in Richtung Argentinien fahren und musste die Anden überqueren. Da es nun nicht mehr auf der Pan America weiterging, waren die Straßen auch nicht so gut, 80°/o Schotterstraßen, aber daran muss ich mich nun gewöhnen. Von Pto. Montt ging es über Ensenada nach Entre Lagos. Das Wetter ist im November am sichersten vor Regen aber der Wind ist allgegenwärtig. Die Seitenstraßen sind meistens Sackgassen oder man muss mit dem Boot weiterfahren. Ich bin über den Paso – Pajario nur 1.600 m hoch, angenehm von der Höhe, musste mehr schieben als mir lieb war, sehr steile Steigungen. Auf argentinischer Seite kommen die Vados hinzu, das sind meist trockene Flussläufe mit kurzem, aber enorm steilem Gefälle. Von Chile bin ich gut über die Grenze gekommen, ich konnte zelten und das Wasser war so klar und man konnte es trinken! Zwischen den zwei Grenzstationen musste ich etwa 30 km nur schieben, fast nur im Wald und Schotterstraßen. Am Abend ist es sehr kalt geworden und ich habe mir im Wald einen Platz gesucht zum schlafen. Am Morgen, als ich aufwachte, war ich eingeschneit: 50 cm Neuschnee und etwa 20 m von mir entfernt sind 2 Pumas vorbei gelaufen. Wann sieht man schon einmal Pumas in freier Natur. Also, ich muss einmal sagen: Ich habe großen Respekt vor der Natur, nur gut, dass der Mensch da nicht reinreden kann.

Die Grenzstation von Argentinien ist schnell passiert, man muss nur drauf achten, dass man den Stempel im Reisepass hat und das Fahrrad eingetragen ist. Ab der Grenze war die Straße auch wieder asphaltiert und es ging hinab zum Lago Nahuel Huapi 500 km² und fast 100 km lang und seine Finger bilden enge, von steil aufragenden Felsen gesäumte Fjorde. Der höchste Berg ist der Cerro Tronador mit 3.554 m. Es ist eine wunderschöne Landschaft und ich hatte den Wind im Rücken, was sehr selten ist in Padagonien. Übernachtet habe ich in einem kleinen Ort namens Villa La Angostura, nicht teuer, etwa 5 Euro. In San Carlos de Bariloche, man nennt es auch <argentinische Schweiz>, habe ich 2 Tage Rast gemacht. Ich  hatte ein privates Zimmer und konnte mein Fahrrad wieder auf Vordermann bringen, es gibt immer etwas zu reparieren. Weiter ging es auf der Ruta 40 nach El Bolson, 20 km abseits der Straße. In Richtung Esquel wurde ich von einem Unwetter überrascht. Auf einer großen Brücke habe ich Halt gemacht und suchte einen trockenen Platz zum Schlafen. Da sah ich einen Argentinier, der zu mir kam und mich einlud auf einen Bauhof, wo er Platzwart ist, da es Sonntag ist wurde nicht gearbeitet. Ich konnte da schlafen und Essen kochen und draußen regnete es stark. Wir haben uns bis spät in die Nacht unterhalten über alles mögliche, es war sehr lehrreich. In Esquel musste ich mich entscheiden: Richtung Trelew an der Atlantik Küste oder weiter nach Süden, das heißt auch Asphalt oder Schotter, ich entschied mich für das Schlechtere, Schotter. Ob ich es noch einmal machen würde, ich glaube nicht. Aber was ich gesehen habe, überwog alles. Ich sah das Fiz. Roy Gebirge, das einmalig ist, und  bin tagelang allein gefahren. Ich  sah Kontore fliegen, rosa Flamingos an den Seen und zum Schluss dann einen Abstecher von El Calafata über den Lago Argentino zum Perito-Moreno-Gletscher, zu fahren ca. 100 km.

Leider war schlechtes Wetter und es sind auch leider keine Eisbrocken abgebrochen, aber es war auch so wunderschön. Weiter ging es auf der Schotterstraße bis Esperanza, ab hier war es wieder asphaltiert ca.200 km bis Rio Gallegos. Ich hatte Glück privat ein Zimmer zu finden, was nicht teuer war und die Leute sind deutscher Abstammung aus dem Hunsrück. Ich habe Geld gewechselt, was in Argentinien sehr schwer ist, aber eine französische Bank hat mir geholfen Travellerschecks einzulösen. Von Rio Gallegos fuhr ich Richtung Süden nach 100 km musste ich wieder von Argentinien nach Chile einreisen. Ich habe an den Grenzen immer gesagt, dass ich nur deutsch spreche und kein Spanisch, das ging immer gut aber hier war der Zollbeamte sauer, weil ich kam und er wollte TV  sehen und er hat so geschimpft und da ich es verstanden habe, habe ich ihm Antwort gegeben und daraufhin musste ich mein ganzes Gepäck ausräumen und natürlich wieder einräumen, was mir sehr gestunken hat. Über Pta. Delgada bin ich zur Magallan Straße gekommen und mit einer Fähre nach Feuerland übergesetzt. Ich wollte auf der Fähre bezahlen, da sagte der Mann ich kann umsonst fahren, als er hörte, dass ich aus Deutschland bin. Bis Ushuaia sind es 600 km Schotter oder Asphalt, es werden Straßen gebaut aber es dauert noch lange bis alles asphaltiert oder betoniert ist. Vor San Sebastiàn bin ich wieder nach Argentinien eingereist, da habe ich aber meinen Mund gehalten. In Rio Grande habe ich in einem billigen Hotel übernachtet, auch auf der Rückreise, 5 Pesos, sehr billig. Sauberkeit, na ja, in Indonesien ist es schlimmer. Bis Kalken am Lago Fagnano ist die Straße betoniert und von da ab über die Berge sehr steil und Schotterweg bis 20 km vor Ushuaia. Aber auf dem Gipfel des Berges hat man einen sehr schönen Ausblick auf den See. So nun war ich an dem berühmten Zipfel am Ende Amerikas und bin von Santiago de Chile über 4.000 km geradelt und das in 5 Wochen. Ich kann es einfach nicht glauben: in Deutschland ist Herbst und hier ist Frühling und am Tage etwa 25° warm, nur nachts ist es noch kühl. Es ist der 15. Dezember und viele Menschen aus aller Welt sind hier zu sehen und daher sind auch die Preise etwas teurer als sonst. In Bahia Lapataia ist das Ende oder der Anfang der Panamerica welche  18.000 km bis nach Alaska geht.

Es ist natürlich sehr schön  die Kreuzfahrt-Schiffe, die im Hafen angelegt haben, anzusehen und ein ideales Wandergebiet, denn hier geht es mit dem Auto oder Fahrrad nicht mehr weiter. Aber man kann auch die Magellan Pinguine sehen, die zu Hunderten am Ufer umher watscheln. Für mich ging es nun wieder zurück durch den Park: Tierra del Fuego die Ruta 3 geht durch bis über 3000 km nach Buenos Aires. In Kaiken bin ich einmal mit zum Angeln auf den See gerudert, in 2 Stunden hatten wir so viele Fische gefangen, dass wir zurück rudern mussten und auf dem Camping Platz wurde der Fisch dann gegrillt. Auf den 600 km zurück hatte ich viel Regen und natürlich Wind. Es gab einen Tag, da bin ich nur 30 km vorwärts gekommen, zum Glück war das nicht jeden Tag so. Als ich wieder die Magellan Straße überquerte auf chilenischer Seite sah ich von den Anden her dunkle schwarze Wolken kommen, ich sagte mir, die 16 km bis Delgada schaffe ich schon noch, denn da ist eine Parada <Bushaltestelle>. Aber 3 km davor hat es angefangen zu hageln, ich legte mein Fahrrad auf den Boden und legte mich dahinter nach einer ¾ Std. war alles vorbei und ich war 1 m hoch mit Hagelkörnern zugedeckt. Da es sehr windig war sind die Hagelkörner wagerecht über mich hinweggeflogen und an mir ist alles hängen geblieben. Ich kam mir vor wie die Kamele und die Beduinen in der Sahara im Sandsturm. Das am Sommeranfang! Man sagte mir, so etwas gibt es hier öfters, die kalte Luft in den Anden und die warme Luft am Boden. Es ging weiter zur Grenzstation nach Argentinien, diesmal habe ich meinen Mund gehalten und es ging sehr schnell. In Rio Gallegos habe ich wieder bei meinem Freund übernachtet. Am 22. Dez. war ich am Rio Chico und da ging eine Straße rechts ab nach Santa Cruz auf dem Schild steht 18 km und ich war müde, es war  22:00 Uhr und die Tage sind hier ja länger von 03:00 –23:00 Uhr ist es hell. Ich sagte mir, fahr hin und suche dir ein Hotel über Weihnachten. In Argentinien ist alles anders die km betreffend: aus 18 km sind 28 geworden, und wenn du noch 2 km hast und es wird immer mehr und du müde bist, können 28 km sehr lange sein. Die letzten 3 km gingen bergab und dabei ist mein linker Lowrider am Vorderrad gebrochen, ich habe es gerade so mitbekommen und konnte rechtzeitig anhalten. Die Stadt war wie ausgestorben, alle waren im Norden von Argentinien und machen Urlaub, nur Rentner waren zu sehen, aber da passe ich mit meinem Alter ja gerade hin. Ich habe auch ein Zimmer in einem Hotel bekommen und ich war der einzige Gast. Als der Falkland Krieg war ist Santa Cruz ein wichtiger Marine Stützpunkt gewesen. Ich blieb bis zum 2. Weihnachtstag, als ich bezahlen wollte, sagte man mir: Alles Gute auf meiner Reise und ich brauchte nichts zu zahlen, auch schön! Meinen Lowrider konnte ich reparieren und ich habe die Geisterstadt verlassen. Nun musste ich wieder die 28 km zurück zur Ruta 3. Aber das mit den Km ist mir sehr oft passiert, erst heißt es 50 km und dann sind es 5-8 km mehr und wenn man in der Stunde nur 5 km fahren kann sind es immer mehr als 1 Stunde und wenn man müde ist wird die Stunde sehr lang. Ich war nun in der Pampa (baumlose Ebene), das ist eine endlose Grasebene und immer geradeaus stunden- oder tagelang. Wenn auf meiner Karte ein Ort eingezeichnet ist, dann freut man sich um etwas einzukaufen und vor allem Wasser, aber wenn du an dem Schild bist mit dem Ortsnamen, siehst du nur die alte Ruine einer Tankstelle und keine Menschenseele. Viele ausgetrocknete Flussläufe, du fährst etwa 100 m runter 4-8 km durch den ausgetrockneten Fluss und am Ende wieder hoch. Du fährst alleine nur manchmal hielt auch ein Auto und man fragte, wo ich her komme und ich wurde zum Essen eingeladen nicht in ein Restaurant, sondern am Rande der Straße. So kann man auch Freunde kennen lernen. In Commodoro Rivadavia habe ich 2 Tage Pause gemacht, ich  hatte ein Zimmer mit TV und konnte die Sendung der Deutsche Welle sehen, auf einmal sah ich das Brandenburger Tor in Berlin im Fernsehen und es wurde Silvester gefeiert, das hatte ich ganz vergessen, in 3 Stunden war hier in Argentinien 24:00 Uhr aber da habe ich schon geschlafen. So nun hatten wir anno 2003 und ich hatte 60 Tage bis zum Heimflug und ich bin über 6500 km gefahren. Mein Billig Fahrrad ist einfach Top und ohne Probleme. In Patagonien habe ich im Ganzen 28 mal einen Plattfuss gehabt wie immer 3 mal vorne, 25 mal hinten. Ich habe mich nie geärgert, der Schlauch wurde gewechselt und wenn ich Zeit hatte wurde er geflickt. In Trelew eine moderne Industrie Stadt am Rio Chubut. Hier gibt es viele walisische Siedler und man bekommt Tee fast in jedem 2 Haus angeboten, dazu Fruchtkuchen nach Uromas Backrezept. Weiter ging es nach Porto Madryn und von da auf die Insel Valdes. An der Küste reiht sich eine Tierkolonie an die nächste: Millionen von Pinguinen, Seelöwen und Seeelefanten tummeln sich auf der und um die Peninsula Valdès und im Frühjahr kommen Wale um sich zu paaren, einfach unglaublich, was man so sieht. Ich bin nur 2 Tage geblieben. Über Viedma bin ich nach Bahia Blanca geradelt. Kurz vor der Stadt habe ich an einer Tankstelle gefragt, ob ich hinter dem Haus schlafen könnte sie erlaubten es. Da es sehr heiß war, 45° noch um 22 Uhr, habe ich mich ohne Schlafsack hingelegt aber es war schlimm. Die Fliegen waren schlimm, es waren so eine Art Blutsauger, aber da waren 3 so richtig dicke Kröten, die haben von meinem Körper die Fliegen mit ihren lagen Zungen weg gefangen und verspeist. Aber ich konnte kein Auge zu machen, also habe ich mich dann in die Tankstelle gesetzt und mich unterhalten mit den Leuten. Von Bahia Blanca bin ich nach Tornquist gefahren, dort wurde ich erwartet von einem Delkenheimer, der dort geheiratet hat und lebt. Es war schön und ich hatte meine eigene Villa, wo ich wohnen konnte. Ich musste mir von meiner Schwester Geld schicken lassen. Ich dachte von meiner Bank auf die Bank von Dieter Karsten in Argentinien. Er sagte, es ist nicht gut über die Bank wir machen es über die Post von Well`s Fargo. Am nächsten Tag sind wir zur Post gegangen und haben meine Schwester angerufen, sie soll am Hauptbahnhof in Mainz bei Well`s Fargo 400 Euro einzahlen und mir die Code-Nr. mitteilen, um 11:00 Uhr hatte ich die Nr., 12 Stellen und das Geld war schon auf der Poststelle, 400 Euro das sind etwa 1400 Pesos. Mir wurde gesagt,  ich sollte nach vier Uhr noch einmal kommen, denn er hätte nicht so viel Geld, er müsse erst zu Bank. Um 4 Uhr habe ich nur 500 Peso bekommen den Rest in 2 Teilen, so ist es in Argentinien. Da habe ich mir gedacht in Deutschland wird über alles gemeckert, ob das Schiff Goethe tutet oder auf der Rheinwiese Fußball gespielt wird, nur weil es die Anwohner nicht möchten. Ich bin 5 Tage in Tornquist geblieben. Dieter ist mit seiner Familie zum Bade-Urlaub gefahren und ich habe den Hof versorgt und  kleinere Reparaturen ausgeführt. Dann bin ich zurück nach Bahia Blanca, wo ich auch wieder einen Fluss mit Wasser gesehen habe den Rio Colorado, der war aber zum Baden zu schmutzig.

 

Fortsetzung folgt...

 

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Stand: 02. September 2004